Diverse Gründe sprechen für eine wachsende Beliebtheit der veganen Ernährung

 

Die vegane Ernährung ist «in», ohne Frage. Immer mehr Menschen ernähren sich vegan, vegetarisch oder versuchen zumindest, weniger Fleisch zu essen. Gründe gibt es hierfür viele: der Klimawandel, welcher durch die industrielle Landwirtschaft und insbesondere die Massentierhaltung angeheizt wird. Das Tierwohl: sei es die Art der Tierhaltung oder die grundliegende ethische Frage, ob wir Tiere für unseren Genuss ausbeuten und töten dürfen. Oder aber die Gesundheit: eine pflanzliche Ernährung (also eine Ernährung, welche aus 70-90% pflanzlichen, unverarbeiteten Produkten besteht) oder vegane Ernährung kann sogenannte Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, Diabetes mellitus Typ II, Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck u.v.m vorbeugen.

Und wer muss unter dem Klimawandel am meisten leiden? Genau, unsere Kinder. Ich könnte hier endlos weiter ausführen, was dafür spricht, sein Kind vegan zu ernähren. So zum Beispiel die fast jedem Kind inneliegende Liebe zu Tieren. Dies soll hier aber gar nicht Thema sein.

 

Bei Eltern herrscht grosse Unsicherheit gegenüber einer veganen Kinderernährung

 

Ich kenne es aus meinem Bekanntenkreis, dass es vielen Müttern schwer fällt oder es ihnen zuwider ist, ihrem Kind Fleisch zuzubereiten und zu füttern. Dennoch scheint es so, als sei der traditionelle «Fleischbrei» aus dem Beikostfahrplan nicht weg zu denken. Dem gegenüber stehen Horrorgeschichten von vegan fehlernährten Babys und Kleinkindern, welche durch die Presse geistern. Was ist da nun dran? Brauchen Kinder Fleisch, um gesund gross zu werden? Ist es wirklich gefährlich, sein Kind vegan zu ernähren?

 

Die Position der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung

 

Schauen wir uns dazu doch zunächst an, was die Meinung der Schweizerische Gesellschaft für Ernährung zur veganen Kinderernährung ist.

«Die Eidgenössische Ernährungskommission EEK, die Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV empfiehlt im Säuglings- und Kindesalter eine diversifizierte Ernährung basierend auf dem Konzept der optimierten Mischkost. Diese Fachorganisationen empfehlen eine vegane Ernährung während der Schwangerschaft, Stillzeit sowie im Säuglings- und Kindesalter nicht.»[1]

Die SGE sagt aber auch: «Möchten Sie Ihr Kind trotzdem vegan ernähren, wenden Sie sich an eine Fachperson und lassen Sie die Versorgung kritischer Nährstoffe regelmässig überprüfen.»[2]

Die SGE rät also davon ab, sein Kind vegan zu ernähren, gibt allerdings Handlungsempfehlungen für Eltern, die ihr Kind dennoch vegan ernähren möchten. Das klingt zumindest etwas besser als Schlagzeilen à la «Eltern wegen streng veganer Ernährung der Tochter verurteilt»[3].

[1] https://www.sge-ssn.ch/media/2020.03.11-DE_Handlungsanweisungen_vegetarische_vegane-Ern%C3%A4hrung.pdf

[2] https://www.sge-ssn.ch/media/Merkblatt_Ernaehrung_von_Kindern_2016_4.pdf

[3] https://www.nzz.ch/panorama/eltern-wegen-streng-veganer-ernaehrung-der-tochter-verurteilt-ld.1503475?reduced=true

 

Einschätzung von ausländischen Ernährungsfachgesellschaften

 

Nun ist Ernährung, allen voran die Ernährung unserer Kinder, ein sehr emotionales Thema. Wir wollen das Beste für unseren Säugling oder Kleinkind und ja nichts falsch machen. Kein Wunder, dass ein solches «Experiment» vielen Eltern zu riskant erscheint. Schliesslich tönt «rät davon ab» sehr negativ und potentiell gefährlich. Hier kann es nun helfen, einen anderen Blickwinkel auf die Angelegenheit zu werfen. Denn obwohl die Ernährungsfachgesellschaften der DACH-Staaten (Deutschland, Österreich und Schweiz) von einer veganen Kinderernährung abraten, sieht es global betrachtet wieder ganz anders aus. So sprechen sich die Ernährungsfachgesellschaften in Portugal, Grossbritannien, Kanada, Australien und den USA neutral oder sogar teilweise für für eine vegan-vegetarische Ernährung aus.

«Es ist die Position der Akademie für Ernährung und Diätetik, dass angemessen geplante vegetarische, einschließlich vegane, Ernährungsweisen gesund und ernährungsphysiologisch angemessen sind und gesundheitliche Vorteile für die Prävention und Behandlung bestimmter Krankheiten bieten können. Diese Ernährungsweisen sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit, Jugend, älteres Erwachsenenalter und für Sportler.“[4]

[4] Melina V, Craig W, Levin S. Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets. J Acad Nutr Diet. 2016 Dec;116(12):1970-1980. doi: 10.1016/j.jand.2016.09.025. PMID: 27886704.

 

Gründe für die unterschiedlichen Empfehlungen der Fachgesellschaften

 

Was ist nun aber wahr? Und wie kann es sein, dass sich die jeweiligen Fachgesellschaften so scheinbar uneinig zu diesem Thema sind? Erstmal muss gesagt werden, dass alle diese Fachgesellschaften einen guten Job machen und nur das Beste für uns und unsere Kinder wollen. Sie unterscheiden sich lediglich darin, welche Studien sie aussuchen und wie sie diese interpretieren. Die jeweilige Philosophie und die im jeweiligen Land vorherrschenden zivilsationsbedingte Krankheiten haben ebenfalls einen Einfluss. So ist die Studienlage zur veganen Ernährung bei Kindern noch recht dünn und heterogen, obwohl wir bereits gute Studien haben. So bestätigt beispielsweise die VeChi Youth Studie, dass vegan und vegetarisch ernährte Kinder ähnlich gut mit Nährstoffen versorgt sind und sich genauso gut entwickeln, wie mischköstlich ernährte[5]. In den USA und Grossbritannien beispielsweise ist es Standard, viele Lebensmittel wie Brot mit Vitaminen und Mineralien anzureichern. Ernährungsbedingte Krankheiten wie Adipositas sind in den USA ausserdem nochmal ein grösseres Problem wie in anderen Ländern. Eine vegane Ernährung kann wie gesagt signifikant dazu beitragen, das Adipositasrisiko zu senken.

[5] https://www.vechi-youth-studie.de/

 

Eine Ernährungsberatung ist bei einer veganen Kinderernährung sinnvoll

 

Ich finde, wir können zusammenfassend sagen: eine vegane Kinderernährung ist mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit sicher und kann wahrscheinlich sogar Krankheiten vorbeugen. Damit unsere Kinder nur von den positiven Aspekte dieser Ernährungsweise profitieren und potentielle Risiken minimiert werden können, ist ein umfangreiches Ernährungswissen ausschlaggebend. Am einfachsten für dich ist es, dir dieses Ernährungswissen mithilfe einer Ernährungsberatung anzueignen. Meist übersieht man bei der Selbstrecherche auch etwas und schliesslich geht es um die Gesundheit deiner Kinder!

Zögere also nicht, mich zu kontaktieren. Wir schauen uns zusammen an, welche Optionen du hast und wie ich euch helfen kann.